Herkunft und Wurzeln
Die Religiös-Sozialistische Vereinigung ist verwurzelt in der jüdischen und christlichen Tradition, sie bezieht sich auf die Bibel (Altes und Neues Testament) als Quelle und Botschaft eines gemeinsamen, guten Lebens von Menschen. Zentral für sie ist die Rede vom "Reich Gottes". Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Bewahrung der Schöpfung, Gewaltverzicht, Friede, Sorge für Nächste und Fremde, Erinnerung an die Opfer früherer und heutiger Unterdrückung - das sind grosse Ziele, die immer neu übersetzt werden müssen ins Heute.
Die folgende kleine Auswahl gibt auch den alttestamentlichen Texten Raum, darunter nicht nur prophetischen, sondern auch solchen der Weisheitstradition und der Gesetzesbücher, die in der Tradition der Resos, aber auch der Befreiungstheologie bisher noch nicht das gebührende Gewicht erhalten haben.
Ex 23, 9
Einen Ausländer sollst du nicht quälen. Denn ihr wisst, wie dem Ausländer zumute ist, seid ihr doch selbst Ausländer gewesen im Land Ägypten.
Lev 19,33f
Und wenn ein Ausländer bei dir lebt in eurem Land, sollt ihr ihn nicht bedrängen. Wie ein Einheimischer soll euch der Ausländer gelten, der bei euch lebt. Und du sollst ihn lieben wie dich selbst, denn ihr seid selbst Ausländer gewesen im Land Ägypten.
Micha 4,3
Gott wird Recht sprechen zwischen vielen Völkern und Weisung geben den mächtigen Nationen bis in die Ferne. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Spiesse zu Rebmessern.
Kohelet 3,19-21
Denn das Schicksal der Menschenkinder ist gleich dem Schicksal des Tieres.
Ein Schicksal haben sie beide.
Wie dieses stirbt, so sterben auch jene,
und einen Atem haben sie alle.
Der Mensch hat vor dem Tier keinen Vorrang. Denn alles ist vergänglich.
Matthäus 5,9
Selig, die Frieden stiften - sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.
Markus 4,26-28
Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen in die Erde wirft und schläft und aufsteht Nacht und Tag, und der Same sprosst und wird gross, er weiss selbst nicht wie. Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre.
Lukas 6,43-44
Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht bringt, und wiederum keinen faulen Baum, der gute Frucht bringt. Denn jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt. Von Dornen sammelt man keine Feigen, und von einem Dornbusch schneidet man keine Traube.
